KategorieIndie-Ecke

Streamplan vom 25.7. bis 31.7.2016

Da wir am Freitag THE SOLUS PROJECT durchgespielt haben, wurde der Dienstags-Slot nun frei. Um die Wartezeit bis zum Release von NO MAN’S SKY zu überbrücken, spielen wir Dienstags bis dahin BASTION. Ansonsten läuft ab dieser Woche wieder das normale Programm.

Die Programmübersicht*

Di. 26.07.2016, 20:30 Uhr – VON DER ROLLE
Bastion (NEU)
Do. 28.07.2016, 20:30 Uhr – TALES, PUZZLES, POINT’N’CLICK
L.A. Noire
lanoire
Fr. 29.07.2016, 21:00 Uhr – LET’S WALK THROUGH
Dishonored

Achtet wie immer auf die Infos im Laufe der Woche bei Twitter.

Vielleicht gibt es diesmal wieder News und Plausch im Chat. Seid dabei.

LASST UNS ZOCKEN!

* Wie immer ohne Gewähr. Änderungen vorbehalten

Review: The Solus Project

Es ist geschafft. Wir haben THE SOLUS PROJECT überlebt. Oder nicht?

Okay, ich lasse die Frage unbeantwortet und verkneife mir diesen und weitere Spoiler, wer das Indie-Space-Survival-Game dennoch unvoreingenommen spielen möchte, sollte ab hier nicht weiterlesen.

Die Story

Hinter dem ungewöhnlichen Titel würde man im ersten Moment sicher nichts mit Weltraum vermuten, ein Science-Fiction- und Survival-Spiel schon eher. Vorausgesetzt man ist des Lateins mächtig und weiß, dass solus auf Lateinisch „allein“ heißen soll. Naja, Google und Leo wissen es.

Weltraum ist es allerdings nur am Anfang, denn wir stranden mit unserem Raumschiff SOLUS 3 auf dem fernen Planeten Gliese-6143-C auf dem wir fortan alleine überleben müssen, denn den Rest der Crew hat es zerbröselt. Um zurecht zu kommen, müssen wir uns natürlich mit allerlei Werkzeugen und sonstigem Zeug ausstatten und dafür sorgen, dass wir nicht verdursten und verhungern. Zu Beginn helfen uns die beim Absturz verstreuten Proviantbehälter und diverse Trümmerteile, die wir zu Werkzeugen oder einer Fackel kombinieren können. Also, so gesehen, erst einmal ein klassisches Survival-Game.

So exponiert auf einem unbekannten Himmelskörper reicht das jedoch nicht, um uns ernsthaft in Gefahr zu bringen, also muss die Umwelt ebenfalls rauh und feindlich wirken. Dies geschieht, durch extreme Wetterverhältnisse, die uns im Wechsel sehr nahe an den Hitze- oder Kältetod bringen, beim Meteoritenschauern, der uns den Himmel auf den Kopf fallen lässt und riesige Tornados uns durch die Luft wirbeln wollen.

TheSolusProject_Screenshot11

Andere Gefahren in Form von Lebewesen sind indes nicht vorhanden. Oder doch?
Schnell finden wir in der teilweise unwirtlichen Welt wenig subtile Hinweise auf eine frühere oder noch bestehende Zivilisation. Artefakte und Inschriften geben immer mehr von der Geschichte und den Vorgängen auf Gliese preis. Immer unsere körperlichen Konditionen beachtend, suchen wir somit Hinweise, was hier einst geschehen sein muss. Will man das alles bis ins Detail verstehen, sollte man sich die Zeit zum Lesen nehmen. Achja, unser Hauptziel jedoch ist, die anderen Solus-Schiffe zu kontaktieren und damit Hilfe zu holen. Natürlich, was sonst.

Das Spiel

Das Spiel selbst ist in einzelne Hauptquests aufgeteilt, die es nacheinander abzuarbeiten gilt. Man kann sich dabei in der Welt recht frei bewegen, erhält aber stets einen Zielpunkt als Meilenstein, den man immer wieder ansteuern sollte. Wir betreten im Wechsel mal die Oberfläche, mal ein weitläufiges Untergrundsystem aus natürlichen und künstlichen Höhlen, die immer mehr der Geheimnisse offenbaren. Auch wenn einzelne Areale frei begehbar sind, ist das Spiel dennoch linear. Die Abschnitte bauen aufeinander auf.

Manchmal jedoch muss man das Ziel selbst erarbeiten und das kann durchaus langatmig und nervig sein, herauszufinden, was denn nun wo als nächstes zu tun ist. Man erkundet zwar dabei mehr oder weniger gründlich die Welt, aber ist „nebenbei“ so sehr mit Überleben beschäftigt, dass Sightseeing schnell abgehakt wird. Schade eigentlich, denn auf Gliese gibt es einiges zu sehen.

Die Grafik

The Solus Project lebt in erster Linie von der äußerst hübsch kreierten Welt und den wirklich sehr beeindruckenden Wetter- und Umwelteffekten, die großartig mit der Unreal-Engine 4 umgesetzt wurden. Abstriche muss man jedoch beim optischen Abwechslungsreichtum machen. Wirken die Farben und Kontraste der Umgebung und auch deren Aufbau auf Dauer sehr eintönig und repetitiv. Teilweise auch so kontrastarm, dass man eine steile Treppe als Abgrund verwechselte oder die Steigeisen einer Leiter vom Hintergrund nicht unterscheiden konnte. Würden uns sammelbare Teile nicht via Hotspot angezeigt, wäre man häufiger an wirklich wichtigen Elementen vorbeigelaufen.

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Das Gameplay

So abwechlungsarm wie die Umgebung so erschien einem stellenweise auch das Gameplay, das zum Großteil darin besteht darauf zu achten, dass man nicht verdurstet, verhungert, erfriert, einen Hitzschlag erleidet und so weiter. Okay, man soll halt überleben.

Damit wir all das auch nicht vergessen, begleitet uns WILSON. Nein, kein menschliches Crewmitglied, aber auch kein Roboter, sondern eine Art Tricorder, der ständig sämtliche überlebensrelevanten Attribute überwacht und uns penetrant warnt und ermahnt, dass es Zeit wird zu schlafen, zu trinken, zu essen, dass wir nass sind und uns erkälten könnten, es zu heiß oder zu kalt ist, als ob wir eine elektronische Form unserer Mutter eingepackt hätten. Daneben müssen wir unser Überleben mit unterschiedlichen Fundstücken sichern, wobei auch hier die Vielfalt in Grenzen bleibt und man am Ende gar nicht so viel benötigte. Etwas, dass man Crafting nennen könnte gibt es so nicht, man kann lediglich eingeschränkt Gegenstände zu etwas neuem arrangieren.

Wenn da nicht die doch sehr eindrucksvollen Monumente in den Höhlen oder an der Oberfläche wären, die uns staunen lassen oder uns neue Rätsel aufgeben. Und auch diese gilt es zu meistern. Man muss fremdartige Mechanismen betätigen, um Türen zu öffnen und Geräte zu bedienen bzw. einzuschalten. Auch das lutscht sich nach einiger Zeit etwas ab und ist für fortgeschrittene Spieler oft etwas zu leicht zu meistern. Die ein oder andere harte Nuss muss man zwar knacken, doch hält es sich in überschaubaren Grenzen und wirkt oft unnatürlich erschwert.

Übrigens muss unser/e Astronaut/in über spiderman-eske oder artistische Eigenschaften verfügen, dann der Leiterabstieg ging stets kopfüber vonstatten.

Die Atmosphäre

Trotz der durchaus nervigen Eintönigkeit, die uns bis zum Schluss erhalten bleibt, ziehen uns die Geheimnisse und die Frage, was hier bloß geschehen ist, immer weiter in das Spiel hinein. Man kommt nur selten an den Punkt, wo man das Spiel lieber aufgeben möchte. Die Neugier, was uns als nächstes erwartet, hält uns fest.

Und dann die Spannung. Ja, auch wenn es erstmal nach großer Langeweile klingt, fühlt man sich ständig bedroht und erwartet bei jedem Schritt um die Felsen, in eine Höhle oder durch eine Tür, dass wir gleich doch von einem Gegner überfallen werden oder sonst etwas Unsägliches passiert. Die hervorragende Geräuschkulisse und die stimmungesvolle Musik unterstützen den doch sehr immersiven Eindruck. Man fühlt sich zu jeder Zeit wie gestrandet in einer fernen Welt. Außerdem wartet THE SOLUS PROJECT immer wieder mit Gruseleffekten auf, die durchaus Potential für ein Horrorspiel hätten.

TheSolusProject_Screenshot05

Das Balancing

Wie bereits erwähnt steht das Überleben im Vordergrund und das wird uns ermüdend oft vor Augen gehalten. Die Worte „imminent“ und „Inventory full“ (das Spiel besitzt englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln) werden uns am Ende in die Hirnrinde gebrannt sein. Der Survival-Aspekt steigert zwar die Immersion, reißt einen aber immer wieder auch aus der Spannung oder der Story, die sich ebenfalls nur durch die Umgebung und durch Hinweise offenbart. Man kann darüber streiten, ob das Vergessen der einzigen Taschenlampe zu Beginn des Spiels in der an echtes Schwarz erinnernenden Dunkelheit der Höhlen, die Spannung oder die Nerven reizt. Aber Batterien für die Taschenlampe lagen zuhauf in den Trümmern unserer Rakete. So auch immer genug Nahrung und Wasser und daneben allerlei Zeug, das auf den ersten Blick notwendig erscheint, doch sich am Ende nur als unnötiger Ballast entpuppte. Ich schleppte beispielsweise von Anfang an ein abgschnittenes Kabel, das zum Klettern brauchbar sein sollte und einen altertümlichem Schild mit mir herum. Klettern mussten wir lediglich an dafür vorgesehenen Leitern und kämpfen überhaupt nicht.

Das Fazit

Bei einem Film würde man sagen, er hatte seine Längen. Und das beschreibt THE SOLUS PROJECT eigentlich ganz gut.

Das Gameplay und in der durchaus ansprechenden, wenn auch etwas eintönigen Umgebung lässt es einiges an Möglichkeiten vermissen. Aus der Story hätte man sicher mehr machen können.

Bei einem Survival-Game dieser Art erwartet man durchaus ein umfangreicheres Crafting und die Möglichkeiten mehr aus den gefundenen Artefakten machen zu können.

Die Rätsel könnten zunehmend schwieriger und abwechslungreicher sein.

Nichtsdestotrotz, für einen Indie-Titel, der knapp unter 20 Euro kostet, ist es ein sehr solides, durchaus hübsches und zeitlich umfangreiches Spiel. Es bietet eine hervorragende Immersion beim Survival und der damit einhergehenden kontinuierlichen Spannung. Außerdem überzeugt die Geräuschkulisse, die alles fantastisch untermalt.

Man bleibt trotz der trübenden Aspekte am Ball, weil die Neugier auf das Ende des Spiels doch recht groß ist. Ob einem das Ende am Ende gefällt oder man sogar enttäuscht wird, soll jeder selbst entscheiden.

Wer Survival, eine ansprechende, größtenteils immersive Optik, viel Spannung und mysteriöse Geschichten mag, dabei aber auf opulente Spielmechaniken verzichten kann, der sollte THE SOLUS PROJECT spielen und ein Indie-Studio unterstützen, das trotz allem eine gute Arbeit geleistet hat.

Meine persönliche Wertung: 7,3 von 10 Punkten.

The end of this review is imminent. Inventory full.

Stream-Highlights

 

 

Streamplan der Woche vom 18.7. bis 24.7.

Wie vielfach bereits angekündigt, zocken wir diese Woche hauptsächlich THE SOLUS PROJECT, mit der Erwartung zum Ende zu kommen. Am 10. August soll es nämlich mit NO MAN’S SKY wieder in den Weltraum gehen und dazu benötigen wir den Dienstags-Slot.

Das Programm ist daher sehr übersichtlich*

Di. 19.07. & Do. 21.7., 20:30 Uhr und Fr. 22.7., 21:00 Uhr – INDIE-ECKE
The Solus Project

Sollten wir wider Erwarten früher fertig sein, gibt es neue Infos. Achtet wie immer auf die passenden Tweets.

Vielleicht gibt es diesmal wieder News und Plausch im Chat. Seid dabei.

LASST UNS ZOCKEN!

* Wie immer ohne Gewähr. Änderungen vorbehalten

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